Der Abriss des alten Opptimare-Hallenbades in Oppenheim ist mittlerweile abgeschlossen, und die Verbandsgemeinde Rhein-Selz steht vor einem wichtigen Meilenstein. Am 21. August findet der offizielle Spatenstich für den Neubau statt – ein symbolischer Moment, der den Beginn einer neuen Ära für die Schwimmsportinfrastruktur in der Region markiert.
Abriss ist abgeschlossen – Baufeld wird vorbereitet
Die intensiven Abrissarbeiten, die das alte Hallenbad seit Mai Zug um Zug verschwinden ließen, stehen kurz vor dem Abschluss. Die Bagger der Firma M. Korz haben systematisch die massiven Betonteile des Vorgängerbaus zerkleinert. Dabei wurden zunächst die oberirdischen Strukturen wie das charakteristische Pultdach der Schwimmhalle und die ganzen Funktionsbereiche abgetragen. Zudem wurden auch die technischen Komponenten wie Lüftungsanlagen, Wasseraufbereitung, Tanks und weitere Anlagen entfernt.
Besonders beeindruckend war der Rückbau der Schwimmhalle selbst: Die Bagger brachen die seitlichen Stützpfeiler der Dachkonstruktion weg, sodass das Pultdach nach unten klappte und mit Brechscheren zerkleinert werden konnte. Der Dreimeterturm und das Einmeterbrett verschwanden. Der aus der Bausubstanz freigelegte Armierungsstahl wurde zu großen Knäueln zusammengepresst und zwischengelagert, während der Bauschutt kontinuierlich abtransportiert wurde.
Die nächste Phase führt „in die Tiefe”: Das große Edelstahlbecken muss ausgebaut und transportgerecht zerkleinert werden, der alte Hubboden entfernt und schließlich der riesige Betontrog und die massive Bodenplatte des Beckens abgerissen werden. Auch die Reste des Kellers und die gesamte Schwimmbadtechnik wurden dabei vollständig entfernt.
Aktuell wird die Baustelle bereinigt, sodass nur noch eine irdene Grube übrig bleibt. Alle Reste des alten Bauwerkes sind Mitte August bereits verschwunden. Die Baustelle wird für den nächsten Bauabschnitt hergerichtet.
Spatenstich am 21. August – Neubau beginnt
Mit dem Spatenstich am 21. August beginnt offiziell der Bau des neuen Hallenbades. VG-Bürgermeister Martin Groth plant diese traditionelle Zeremonie als offiziell sichtbaren Startschuss für die eigentlichen Neubauarbeiten. Nach dem Abschluss der Abrissarbeiten können die vorbereitenden Erdarbeiten in Angriff genommen werden. Dabei wird die Baugrube für den Neubau ausgehoben und entsprechend den planerischen Vorgaben hergestellt. Dabei wird ein Teil der bereits bestehenden alten Baugrube in das neue Konzept integriert und weiter genutzt. Nicht mehr benötigte Abschnitte werden fachgerecht verfüllt, um die Stabilität und Sicherheit der Baustelle zu gewährleisten.
Ein Leuchtturmprojekt mit innovativem Energiekonzept
Das neue Hallenbad der Verbandsgemeinde Rhein-Selz wird nicht nur ein modernes Sportbad, sondern auch ein Vorzeigeprojekt für nachhaltige Energieversorgung. Als eines der ersten Bäder in Europa wird es auf eine Energieversorgung setzen, die im Schwerpunkt auf Photovoltaik und Wasserstoff basiert. Die Photovoltaikanlage auf dem Dach und an der Fassade wird den größten Teil des benötigten Stroms erzeugen. Stromüberschuss wird über einen Elektrolysator in Wasserstoff umgewandelt und gespeichert, der bei Bedarf über eine Brennstoffzelle wieder in Strom verwandelt werden kann. Die bei beiden Prozessen entstehende Abwärme wird ebenfalls zum Heizen benutzt.
Ein Erdwärmepumpensystem sorgt dafür, dass für die Heizung von Gebäude und Beckenwasser vollständig auf fossile Energieträger verzichtet werden kann. Für Spitzenlastzeiten ist eine Anbindung an die Fernwärmeerzeugung der benachbarten Kläranlage vorgesehen. Das innovative Konzept wird ermöglichen, dass das Gebäude im Jahresmittel mehr Energie erzeugt, als es selbst benötigt.
Vielseitiges Angebot für alle Nutzergruppen
Die Planungen der 4a Architekten aus Stuttgart sehen ein vielseitiges Schwimmbad vor, das den Anforderungen von Sport, Freizeit und Schulsport gleichermaßen gerecht wird . Das Herzstück bildet ein Schwimmerbecken mit sechs 25-Meter-Bahnen sowie einem Ein- und Dreimeter-Sprungbrett und entsprechend tiefem Becken. Ergänzt wird das Angebot durch ein Lehrschwimmbecken und einen separaten Planschbereich für Kleinkinder.
Die durchdachte Grundrissplanung zeigt großzügige Umkleidebereiche, getrennt nach Damen, Herren und Familien, sowie barrierefreie Umkleiden und Sanitärräume. Ein zentraler Eingangsbereich mit Kassenautomaten und ein Foyer mit Getränke- und Snackautomaten runden das Angebot ab.
Klimaresiliente Außenanlage mit Fördermitteln
Parallel zum Hallenbad entsteht eine klimaresiliente Außenanlage, die mit 566.085 Euro aus dem Kommunalen Investitionsprogramm für Klimaschutz und Innovation (KIPKI) gefördert wird. Geplant ist ein naturnaher Erholungsraum mit öffentlichem Zugang, der eine begrünte Fläche mit heimischen Pflanzen, einen innovativen Wasserspielplatz mit biologischer Wasseraufbereitung sowie eine Versickerungsmulde für Starkregenereignisse umfasst.
Zeitplan und Fertigstellung
Das Bauschild am Standort gibt die Bauzeit mit 2025 bis 2027 an. Die Fertigstellung ist für Sommer 2027 geplant. Nach derzeit fünf Jahren ohne Hallenbad – das alte Opptimare war seit 2020 geschlossen – können die Bürgerinnen und Bürger der Verbandsgemeinde Rhein-Selz wieder optimistisch in die Zukunft blicken. Das neue Bad kommt und bald wird es Zg um Zug sichtbar Gestalt annehmen.
Das neue Hallenbad stellt für die Verbandsgemeinde Rhein-Selz eine Investition von knapp 25,9 Millionen Euro dar und wird nicht nur ein wichtiger Ort für Sport und Freizeit sein, sondern auch ein Musterbeispiel dafür, wie Klimaschutz in kommunalen Projekten umgesetzt werden kann. Damit ist das neue Hallenbad der VG Rhein-Selz ein echtes Leuchtturmprojekt – das erste Bad dieser Art mit diesem innovativen Energiekonzept in der Bundesrepublik.








